STORY 2018-02-22T11:01:39+00:00

1994-1996 führte der Komponist Vridolin Enxing (ex Floh de Cologne) in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring München-Stadt das Projekt: „30 Musikworkshops in Jugendfreizeitstätten – Musikproduktion im professionellen Digitalstudio“ durch. Das Projekt wurde finanziert von der Stiftung deutsche Jugendmarke und wissenschaftlich begleitet von der Fachhochschule für Sozialwesen München-Pasing. Es kamen weitere Workshops im Auftrag verschiedener freier Träger wie „Feierwerk.e.V“, „DGB-Jugend“ und anderer dazu. Insgesamt wurden es 40 Workshops mit über 1200 jungen Münchenern aus 42 Nationen.

Die wohl wichtigste Erkenntnis aus diesem großangelegten künstlerischen Ressourcen-Research- Projekt war: In München wie vermutlich auch in jeder anderen europäischen Großstadt liegt ein riesiges Potential an künstlerischer Begabung, Erfindungsreichtum und Ideenvielfalt brach, welches von den klassischen Bildungsinstitutionen wie Konservatorien, Musikhochschulen und Akademien nicht erfasst, geschweige denn gefördert wird.

Die Idee lag nahe, mit einer Auswahl der Begabtesten aus den 1200 Workshopteilnehmern ein einzigartiges Live-Projekt zu entwickeln, ein authentisches Musiktheaterwerk, welches von den beteiligten jungen Künstlern in allen künstlerischen Parametern selbst erdacht und gestaltet wird ohne Rücksicht auf ihre soziale und nationale Herkunft, ihre Schulabschlüsse, körperlichen oder psychischen Handicaps. Erfahrene Künstler aus allen Bereichen des Musiktheaters agieren als Coaches und Qualitäts-Management. Mit den aus den Musikworkshops  gewonnenen Erfahrungen unter den Aspekten künstlerische Arbeit, kulturelle Bildung und soziale Integration waren alle Grundlagen für ein interdisziplinäres Kunstprojekt geschaffen, welches bei der Jugendkultur des HipHop ansetzte und diesen aus dem subkulturellen Millieu auf die „große“ Bühne brachte. 1998 startete das Musiktheaterprojekt „WestEndOpera“ (die erste HipHopOper) gefördert von der LH München, dem Arbeitsamt/Berufsberatung München und privaten Firmen.

Viele wichtige Protagonisten auf und hinter der Bühne stammten aus dem Teilnehmerkreis der Musikworkshops. Nach ca. zweijähriger Produktionszeit feierte die WestEndOpera im Juli 1999 auf dem Tollwood-Festival ihre Premiere. Publikum und Presse waren erstaunt, begeistert und in bundesweiten Rezensionen vom „Spiegel“ über „Stern“ bis zur „SZ“ wurde das Projekt in seiner Einzigartigkeit gewürdigt und die jungen Künstler gefeiert. Danach ging die WestEndOpera in Betreuung der neu gegründeten Artworks GmbH auf eine 2-jährige Tournee, die sie neben Deutschland auch nach Österreich, Süditalien und New York führte.

Direkt nach der Premiere und der ausverkauften Vorstellungsserie regte der damalige Kulturreferent der LH München Julian Nida-Rümelin an, ein Konzept zur Nachhaltigkeit der Methoden der WestEndOpera zu entwickeln. Dies führte in Zusammenarbeit verschiedener Referate der LH München und des Arbeitsamtes/Berufsberatung München zu der Gründung des INTERNATIONAL MUNICH ARTLABs (Imal).